Bergsteigen ist eine sportliche Betätigung im Gebirge und reicht vom Bergwandern bis hin zum Klettern in Fels und Eis in sauerstoffarmen Höhen und wird dann auch als Alpinismus bezeichnet. In den folgenden Teil-Berichten läßt uns Günther Koch an seinen ganz besonderen Bergtouren in seinen 40er Jahren teilhaben, die er in Deutschland, Österreich, Bolivien, Schweiz und Alaska erlebt hat.
Hier der 1. Bericht von Günther Koch: Bergsteigen im Harz und an der Zugspitze
Günther Koch: Berge, die ich bestiegen habe.
Es begann mit einem Buch: Himmel, Hölle Himalaya.
Das Buch mit diesem Titel haben mir meine Eltern Hanna Koch geb. Bohn und Hermann Koch zum 9. Geburtstag geschenkt. Ich habe das Buch verschlungen. Bergsteiger wie Hermann Buhl und Edmund Hillary waren schon damals meine Helden. Das alles war im Laufe der Jahre fast in Vergessenheit geraten.
In den 1970er-Jahren war ich oft zum Wandern in Norwegen und die sehnsüchtige Begeisterung nach den Bergen hat mich wieder gepackt. Zunächst sollte es Klettern sein. Glücklicherweise hatte ich mit Joachim Held aus Lerbach einen Kletterpartner gefunden.
Im Harzer Okertal gibt es Felsen, die für uns Anfänger gut geeignet waren. Hier haben wir viel gelernt: Richtige Ausrüstung, Seiltechnik, Karabiner, Sicherung des Partners und sich selbst, usw. Ich kann mich gut erinnern, wie mulmig mir zumute war, als ich mich zum ersten Mal einem Klemmkeil und dem Seil anvertrauen mußte.
Der Start zum Bergsteigen war damit getan.
Nach ersten Kletterübungen Mitte 1983 im Harzer Okertal (Großer Kurfürst, Treppenstein) steigerte sich meine Sehnsucht nach größeren Bergen immer mehr.
Im Juni 1984 bin ich mit einer Gruppe des Alpenvereins unterhalb der Zugspitze unterwegs gewesen, um meine Kletterkünste zu erweitern. Wir kletterten 1 Woche lang bis zum Schwierigkeitsgrad 4. Unser Quartier war die Oberreintalhütte.
Zugspitze (c) theCrag
Die Oberreintalhütte liegt im Oberreintal in einer Höhe von 1532 m. … Der Karboden ist umringt von den Wänden des Dreitorspitz, Schlüsselkarspitze, der Scharnitzspitze, des Oberreintalschrofens und des Zunderkamms.
Oberreintalhütte – Deutscher Alpenverein, Sektion Garmisch-Partenkirchen (c) Wikipedia
Sie ist eine Selbstversorgerhütte, die durch Einfachheit überzeugt. Erst seit 1994 verfügt die Hütte über eine Solaranlage zur Stromerzeugung, eine kleine Wasserturbine mit Stromspeicher und seit 2000 auch über eine Komposttoilette. Geduscht und gewaschen wird im Freien.
Die Hütte wird hauptsächlich von Kletterern frequentiert, da die umgebenden Berge bis zu 300 alpine Klettertouren bieten. (c) aus Wikipedia
Hier eine Übersicht der alpinen Schwierigkeitsgrade: UAII-Schierigkeitsgrade in Fels, Firn, Eis und Gletscher (c) DAV
I- einfache Firnhänge, kaum Spalten II – in der Regel wenig steile Hänge, kurze steilere Passagen, wenig Spalten III – steilere Hänge, gelegentlich Standplatzsicherung, viele Spalten, kleiner Bergschrund IV – sehr steile Hänge, meistens Standplatzsicherung notwendig, viele Spalten, großer Bergschrund V – anhaltendes Steilgelände, durchgehende Standplatzsicherung sehr steile und senkrechte Stellen erfordern Eiskletterei VI – Eiskletterei extremster Richtung
Und hier die Bilder dieser Klettertour:
Kletterkurs unterhalb der Zugspitze, 1984Kletterkurs unterhalb der Zugspitze, 1984Kletterkurs unterhalb der Zugspitze, 1984Kletterkurs unterhalb der Zugspitze, 1984
Es wird empfohlen, sich über das alpine Klettern ausreichend zu informieren. Hilfreich ist dabei z.B. der Deutsche Alpenverein.
Screenshot … hier das „perfekte“ Brockenfoto (c) MDR / Günther Koch Wegen des schlechten Wetters am 1. Februar 2024 war nur das Bestmögliche machbar. Und das kam erst ganz zum Schluß.
(Bildunterschriften kursiv von Günther Koch)
Ein guter Fotograf muß ein feines Gespür und Augen wie ein Lux haben.
Der „HarzLer“ Günther Koch (geb. 02.1948) ist in Lerbach/Harz geboren. „HarzLer“ ergibt sich aus Harz und Lerbach.
Lerbach, Oberdorf
Meine Leidenschaft zur Fotografie ist in den 1960er-Jahren entstanden. Allerdings war es lange Zeit nur ein Knipsen.
Dies sollte sich ändern, als ich unbedingt gute Fotos machen wollte. Das erste Buch über die Grundlagen der Fotografie war damit fällig, ihm habe ich viel zu verdanken.Inzwischen ist daraus ein volles Bücherregal geworden.
Als Naturfotograf ist es kein Wunder, dass ich hauptsächlich hier -vor meiner Haustür – im Harz meine Motive in der Landschaft, Fauna und Flora suche. Ich liebe den Harz– ich liebe das Licht.
Die Sonnenblume – ein Symbol für das Licht.
Das Motiv allein aber reicht mir nicht. Ich suche das Licht im Zusammenspiel mit der Natur.
Offene Fichtenblüte. Die Fichte – über lange Zeit ein besonderer Naturbestandteil im Harz.Damit man sich besser im Harz orientieren kann – hier eine HarzKarte (c) harz-wanderkarte.de
Hier zeigt uns Günther Koch die schönsten Fotos aus seinen Archiven – weitgehend bezogen auf den Harz.
Der Harz, von Norden kommend. Mond und Wolkenbank – darunter der Brocken – welch ein Fotografenglück!Ein glücklicher Augenblick, den man perfekt so nicht planen kann.Claras Höhe, der wohl schönste Ausblick auf das Dorf Lerbach.Bussard im Anflug bei Regen.Lerbach – Claras Höhe, Winter 2010.Besondere Ausblicke vom Schwarzenberg auf das Oberdorf von Lerbach.StorchschnabelLerbach vom Schwarzenberg aus – Gewitter im Lerbachtal, 06.2019 Gewitter sind im Lerbachtal besonders laut, weil der Donner im tiefen Tal von beiden Bergseiten widerhallt.Das Lerbachtal schläft unter einer Nebeldecke, 12.2021Osterfeuer im Lerbacher Hexenzenzipfel, 03.2016 Jedes Jahr zu Ostern steht der Harz in Flammen. Nach wochenlangem, mühsamen „Heckeschleppen“ wird das Osterfeuer gemeinsam errichtet und bei Einbruch der Dunkelheit angezündet. Dabei werden brennende Holzfackeln geschwungen und dicke Rauchwolken ziehen durch das Tal … und der Winter wird vertrieben.Der Fortuner Teich ist einer der Wasserspeicher des Oberharzer Wasserregals, in dem das Wasser für die Gräben seit dem 18. Jahrhundert gespeichert wird. Fortuner Teich bei Clausthal-Zellerfeld, 10.2019Vollmond über den Clausthaler Wiesen.Blick in das Okertal, 2016Blick ins Romketal, ein Nebental des Okertals bei Romkerhall.Damit alles zusammenpasst, gehören auch Geduld und eine Prise Glück dazu. Sösetalsperre, 2015Um dieses Foto aufnehmen zu können, mußte ich ein ganzes Jahr warten. Ich hatte entdeckt, dass Sonne und Sösetalsperre nur im November von der Hammersteinklippe aus in dieser Position zu einander stehen.Der Morgenbrodstaler Graben im oberen Sösetal beim Dammhaus wurde um 1715 mit einer Länge von über 4.100 m gebaut und leitet Wasser vom Oberlauf der Söse in das System des Oberharzer Wasserregals.Sösetal mit Nebel, 2009 – Blick von der Hammersteinklippe aus auf das vom Nebelmeer verdeckte Harzvorland.Sösetal – mit aufsteigendem Ackerhöhenzug, 01.2019 Der Ackerhöhenzug zieht sich von Osterode (250 m) bis hin zur Stieglitzecke (806,5 m) und liegt teilweise im Nationalpark Harz.Ifenkopf im oberen Sösetal, 11.2019Die Hanskühnenburg mitten auf dem Acker (811 m), 09.2016.
Diese bewirtschaftete Bergbaude auf dem AckerHöhenzug hat einen Aussichtsturm. Der Acker befindet sich teilweise im Nationalpark Harz.150 Meter nördlich von der Hanskühnenburg entfernt findet man den sagenumwobenen Hanskühnenburg-Felsen. Hanskühnenburg-Felsen (811 m), 07.2018Wölfe Im Naturpark SollingHanskühnenburg im Winter (811 m), 12.2023Hanskühnenburg im Winter (811 m), 12.2023Der Acker von der anderen Seite. Rechts ist deutlich der Schattenzug der Hanskühnenburg zu erkennen. Der Ackerhöhenzug, rechts im Bild zeigt sich die Hanskühnenburg (811 m), 10.2013Winterpanorama auf der Achtermannshöhe (925 m), nahe Königskrug mit Brockensicht, 02.2018Winterwald auf dem Königsberg (1033,5 m), nahe Schierke, 02.2009Märchenhafter Winterzauber am Sonnenberg. Sonnenberg (853,0 m), nahe Braunlage, 02.2006Verzauberte Natur auf dem Bruchberg (927 m), 12.2012Verzauberte Natur auf dem Bruchberg (927 m), 12.2012Damit alles zusammenpasst, gehören auch Geduld und eine Prise Glück dazu. Rappbodetalsperre vom Roten Stein (ca. 427 m) aus. Rechts unten ist im Hintergrund der Brocken (1142 m) zu erkennen.Blätterbaden im OberharzKellwasser, nahe Torfhaus, 07.2015 – ein wilder, schwer zugänglicher Harzer Wildbach.Kellwasser, nahe Torfhaus, 01.2007 Kellwasser, vom Torfhausmoor gebräunt und von der Abendsonne gestreichelt.Um diesen gefrorenen Wasserfall zu fotografieren bleibt einem gleich zweimal die Spucke weg: 1. um den fast senkrechten Aufstieg zu schaffen und 2. wegen der unglaublichen Schönheit dieses Naturwunders.FelsenbrückeBlick vom Ilsestein in das wunderschöne Ilsetal, dessen Talschluss der mächtige Brocken bildet.Ilsefälle: Heinrich Heine war auf seiner Harzreise im Jahr 1824 so sehr von der Ilse begeistert, dass er sie mit einer schönen Frau verglich. Ilsefälle, nahe Ilsenburg, Heinrich Heines Geliebte, 10.2013IlsefälleIlsefälleHohnekamm (900,6 m), bei Schierke, vom Brocken aus gesehen, 10.2010 Östlich vom Brocken zeigt sich der markante Rücken des Hohnekamms mit der Leistenklippe.Die Wolfswarte: Einer meiner Lieblingsplätze (918 m). Auch die phantastischen Sonnenuntergänge sind umsonst und sind Glücklichmacher.Wolfswarte (ca. 918 m), links im Hintergrund Brocken (1142 m) und Wurmberg (971,2 m), 09.2006 Nordöstlich der Bruchbergkuppe (927 m) befindet sich die Wolfswarte (918 m), eine waldlose Kuppe mit Steinen aus verwittertem Acker-Bruchberg-Quarzit.Das Foto ist mit erheblichem Aufwand in einer eiskalten Vollmond-Nacht entstanden. Ich sitze oben auf dem Wolfsfelsen und habe per Funk ausgelöst. Mond und Sterne über der Wolfswarte (918 m), 01.2024Wolfswarte Extra: Ich habe unzählige schöne Stunden hier oben verbracht – auch mit meinem Beagle Yep.Dieser „Achtermann“ hält Wache auf der Achtermannshöhe (925 m), nahe Königskrug. Mondnacht über dem Achtermann, 01.2024 Der Achtermann (925 m) ist ein Granitfelsen nahe Torfhaus. Die grandiose Rundschau beginnt links mit dem Brocken, in der Mitte der Kegel des Wurmbergs, rechts die Lichter von St. Andreasberg, an denen sich der Rehberg anschließt. Der Achtermann, mit etwas Glück begegnet man ihn hier oben auf seiner nächtlichen Runde. Mondnacht über dem Achtermann (925 m), 01.2024Blick vom Scharfenstein (697 m) zum Brocken, zu dessen Füssen der malerische Eckerstausee die Natur verzaubert.ScreenshotRotwildBrockenbahn auf einer Walpurgisfahrt zum Brocken (1142 m). Die Brockenbahn ist eine TouristenAttraktion und fährt auf einer 19 km langen Strecke von Drei Annen Hohne (542 m) bei Wernigerode über Schierke (688 m) bis zum Brockenbahnhof (1125 m).Brockenbahn an Teufelskanzel und Hexenaltar. Die wohl bekanntesten Gesteinsformationen des Harzes sind die Teufelskanzel und der Hexenaltar auf dem Brockengipfel. Von diesen sagenumwobenen Gesteinsformationen war auch schon Johann Wolfgang von Goethe im Winter 1777 fasziniert.Ankunft im Schneesturm am Brockenbahnhof. Die Spurweite der Bahn beträgt 100 cm. Es werden überwiegend Dampfloks, aber auch einige Diesellokomotiven eingesetzt, mit denen die max. Steigung von 33 % bewältigt wird.Blutmond über dem Brocken (1142 m), 07.2018. Dieses Foto hat einiges von mir verlangt. Umso größer war die Freude über das Ergebnis.Vollmond über dem Brocken (1142 m)Brockenplateau (1142 m), frei vom Nebel, 10.2010 Aus der norddeutschen Ebene erhebt sich schon von weitem sichtbar der Brocken. Die Brockenkuppe ist oft nebelumhüllt und sturmumtost.Brockenplateau (1142 m), mit Nebeldecke, Fotografenglück, 01.2024
Sehenswert sind auch die Bilder auf den Umschlagseiten der Lerbacher Heimatblätter (LHB), die Günther Koch seit einigen Jahren für die LHB fotografiert und bereitstellt.
Hummel- AnflugDer Harz vom Grossen Knollen, Südharz (687 m) aus gesehen.
„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Diese Aussage trifft hier den Punkt. Günther Koch zeigt uns mit seinen Fotos mehr von sich und seinen Erlebnissen, als man mit Worten sagen kann.*
* In der deutschen Sprache hat Kurt Tucholsky diesen Ausspruch schon 1926 verwendet, aber er wird 1921 schon japanischen Philosophen zugeschrieben, oder schon früher – mehr als Scherz – als ein chinesisches Sprichwort betitelt.
Fotos, soweit nicht anders benannt (c) Günther Koch Bildunterschriften kursiv von Günther Koch
Diese FotoGalerie zeigt einen überschaubaren Teil der Harzer Eindrücke, die Günther Koch im Bild festgehalten hat. Seine Fotoarbeiten sind aber viel umfangreicher und nach Themen äußerst sehenswert dargestellt auch unter: https://www.naturfotokoch.de .
Beste Grüße Wolfgang Gärtner Ruf 0211-403411 email: gaertner@interform.de
PS:Die FotoGalerien sind offen für Alle, die ihre besonderen Fotos zeigen wollen. Foto-Zusendungen bitte per email mit Bildunterschrift und Aufnahmedatum.
Hätte Heinrich Heine im September 1824 – also vor 200 Jahren – dieses schmale Tal mit den kleinen Seitentälern, seinen steilen Berghängen und oft versteckten Ausblicken, also diese vielfältige Lerbacher Landschaft wirklich genauer kennengelernt, dann hätte er seine fremdgeschilderte Lerbach-Erwähnung entweder unterlassen oder nicht nur geändert, sondern ausführlich neu formuliert.
Hier die Einzelheiten:
Im September 2024 sind es 200 Jahre her, dass der junge Düsseldorfer Student H. Heine – gerade 27 Jahre alt – seine Wanderung durch den Harz unternommen hat.
H. Heine, der sich erst nach seiner Taufe 1825 Heinrich nannte, beschreibt in dem Reisebericht seine Wanderung von Göttingen durch den Harz von Osterode nach Clausthal und weiter über den Brocken bis nach Ilsenburg. Er schildert die Landschaft, aber er begegnet dabei auch bekannten und unbekannten Zeitgenossen, die er mit anderen Personen teilweise eher kritisch, meist aber humorvoll vergleicht und beschreibt.
Nachdem man wie Heine von Düsseldorf kommend seine Studienstadt Göttingen verläßt und über Bovenden, Nörten, Northeim den Harz nah bei Osterode erreicht, dann hat man vom Uerder Berg aus den gleichen Ausgangspunkt für eine Harzreise wie damals im Herbst des Jahres 1824 der junge H. Heine.
Auch heute noch ist es trotz vieler Veränderungen beeindruckend, wenn man von Northeim kommend vom Uerder Berg auf Osterode und den Harz schaut.
Die Alte Burg in Osterode, 2022 – (c) Otto Schönfelder
Heinrich Heine übernachtete in Osterode und machte sich am nächsten Morgen auf seinen Weg in Richtung Clausthal.
Zuvor besuchte er noch die „Alte Burg“, nach Heines Schilderung schon damals nur noch die Hälfte eines großen, dickmaurigen, wie von Krebsschäden angefressenen Turmes. Über die Alte Harzstraße gelangte er sodann auf die erste Anhöhe über der Stadt. Er schaute noch einmal hinab ins Tal, „wo Osterode mit seinen roten Dächern aus den grünen Tannenwäldern hervorguckt wie eine Moosrose“. (c) Friedrich Armbrecht, Osteroder Echo vom 02. Juli 1981
Auf der Alten Harzstrasse, vorher auch Heerstrasse genannt, einem uralten Transportweg (seit dem 12. Jahrhundert) auf dem Bergrücken des Langenberg zwischen dem Bremketal und dem Lerbachtal in den Oberharz, erreichte er nach wenigen Kilometern die erste Anhöhe bei Lerbach.
„Ein kleiner Junge, der für seinen kranken Oheim im Walde Reisig suchte, zeigte mir das Dorf Lerbach, dessen kleine Hütten, mit grauen Dächern, sich über eine halbe Stunde durch das Tal hinziehen. Dort wohnen … (mehr auf Seite 17 des Buches „Die Harzreise“) … Der kleine Junge stand mit den Bäumen in gar eigenem Einverständnis; er grüßte sie wie gute Bekannte, und sie schienen rauschend seinen Gruß zu erwidern. Er pfiff wie ein Zeisig, ringsum antworteten zwitschernd die anderen Vögel, und ehe ich mich versah, war er mit seinen nackten Füßchen und seinem Bündel Reisig ins Dickicht fortgesprungen.“ – (c) Heinrich Heine, Die Harzreise
Dem damals sehr bekannten Reiseführer von Friedrich Gottschalck – alias Ferdinand Müller – „Gottschalcks Taschenbuch für Reisende in den Harz“ liegt als bedeutsame Grundlage die schon im Jahr 1792 von Ludwig Wilhelm Gilbert erschienene umfangreiche Beschreibung des Harzes zugrunde. Darin sind ausführliche Lerbach-Beschreibungen enthalten, die später auszugsweise – immer wieder fast wörtlich genannt werden.
Auch Heinrich Heine hatte nach eigenen Angaben den Reiseführer „Gottschalcks Taschenbuch für Reisende in den Harz, 2. Ausgabe“ auf seiner Harzwanderung dabei und als Orientierung benutzt.
Die darin enthaltene Wegbeschreibung von Osterode nach Clausthal besagt eine 3/4-Stunde Laufzeit bis Lerbach und „von da einen steilen Fußweg hinan, wo man auf die Chaussee kommt, an welcher die Ziegelhütte liegt, nach Clausthal 1 Stunde“.
Schon die Beschreibungen im Jahre 1792 von Ludwig Wilhelm Gilbert und der Gottschalck-Reiseführer enthalten fast wörtlich die gleichen „fragwürdigen“, nicht schmeichelhaften Passagen über Lerbach und seine Bewohner, wie sie auch Heine – ohne Quellenangabe – erwähnt hat und ohne die Fakten im Lerbachtal selber geprüft und festgestellt zu haben.
Cover: Das Wirtshaus auf dem Brocken Dritte verbesserte Auflage mit Karte. <Magdeburg> bei Wilhelm Heinrichshofen 1825
Die Reisebuch-Auszüge über Lerbach muß man also so wahrnehmen, als ob auch Gottschalck seine Angaben über Lerbach nicht selber festgestellt, sondern auch nur von Gilbert „übernommen“ hat.
Und Friedrich Gottschalk räumt selber ein: “ Bei dem allen habe ich es aber doch nicht vermeiden können, in den Reiserouten hier und da eine Lücke zu lassen, auch kann es wohl sein, dass sich, ohne mein Wissen, manche Unrichtigkeit eingeschlichen hat. Größten Theils liegt dies aber in der Natur solcher Werke, zum Theil auch im Mangel an Nachrichten. Jetzt, wo dieses Büchlein in die Hände solcher Personen kommen kann, welche Gelegenheit und Kenntnisse besitzen, das Fehlende zu ergänzen, jetzt darf ich hoffen, dass man mir behülflich sein werde, jeden Mangel desselben abzuhelfen.“
Auch Heinrich Heine schreibt am Schluß seiner Reiseschilderungen: „Die >Harzreise< ist und bleibt ein Fragment, … Mögen die einzelnen Werke immerhin Fragmente bleiben, wenn sie nur in ihrer Vereinigung ein Ganzes bilden. Durch solche Vereinigung mag hier und da das Mangelhafte ergänzt, dass Schroffe ausgeglichen und das allzu Herbe gemildert werden. Dieses würde vielleicht schon bei den ersten Blättern der >Harzreise< der Fall sein, und sie könnten wohl einen minder sauern Eindruck hervorbringen, wenn man anderweitig erführe, dass der Unmut … den ich gegen … im allgemeinen hege … doch lange nicht so groß ist, wie die Verehrung, die ich für einige Individuen dort empfinde„.
Die damaligen Beschreibungen über das Lerbachtal sind nunmal seit mehr als 200 Jahren vorhanden. Aber einige Relativierungen sind sicherlich jetzt angebracht, da dem Lerbachtal seit langer Zeit mit den damaligen Beschreibungen ein überzogen fragwürdiger Ruf angeheftet wird.
Was für ein Versäumnis, daß Heinrich Heine dem Dorf Lerbach offensichtlich nur von oben aus der Höhe der Alten Harzstrasse nur wenige AugenBlicke gegönnt hat. Wahrscheinlich von der Alten Harzstrasse aus, wo früher eine Bank am Wildgatter stand und ungefähr dort, wo heute eine webcam den durch Büsche halbverdeckten Blick auf das Tal anbietet – diese Aussicht auf das Lerbachtal könnte demnach also auch „Heinrich-Heine-Blick“ genannt werden.
Stahlstich Lerbachtal, 1834 – (c) Leske „Harzgebirge“Lerbach: Blick von der früheren „Alten Harzstrasse“, ca. 1953 (c) Foto GietzeltHeutiger „Heinrich-Heine-Blick“ als Luftbild, 07.2023 (c) Andreas Bücher
Unten im Tal und an den Hängen durchlebten die Lerbacher damals eine besonders harte Zeit. Zwischen dem 16. und bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Harzer Diabaszug, der sich von Osterode bis Bad Harzburg quer über den Harz hinzieht, ein mühevoller Erzbergbau betrieben.
Und in den Lerbacher BergHängen war eine besondere Mächtigkeit an Erzen vorhanden und erzeugte einen intensiven Erzabbau. Dazu kamen weitläufige Waldarbeiten für die HolzkohleHerstellung durch Köhlereien. Das alles unter unsagbar harten Arbeits- und Lebensbedingungen.
Lerbacher Holzhauer um 1820 – (c) Lerbacher Heimatblätter
In der Chronik des Lerbacher Pastor Voigt gibt es eine genauere Beschreibung des Lerbachtales , die das Tal wenige Jahre nach der „Harzwanderung“ darstellt (siehe Lerbacher Heimatblätter Nr. 53.2023, Seite 82).
„ Um das Jahr 1830 war die Lage des Ortes noch viel versteckter und dumpfer als heute. Der Wald trat an manchen Stellen viel näher an die Häuser heran. Der obere Teil des Mühlentals und ein großer Teil der „Winterseite“, vom Mühlental fast bis zum Hüttenteiche, war damals – bis 1845 hin – noch bewaldet. Der obere Hang des Kiepenlochs, der Jürgeskopf, wurde erst im Herbst 1830 zur Wiese urbar gemacht und war bis dahin gleichfalls bewaldet. Auch der jetzigen Schule gegenüber reichte der Wald in älterer Zeit bis zum Thale hinunter. Als 1728 der Lerbacher Friedhof angelegt wurde, war die dazu gekaufte Wiese noch noch nicht lange vorher erst urbar gemacht. Dort, wo die höchste Erhebung des Roten Sohlkopfes den Sonnenstrahlen den Zutritt in die Häuser und auf die Dorfstraße wehrte, dauert die sonnenlose Zeit In Lerbach von Ende November bis Ende Januar. Dies gilt z.B. auch für das Pfarrhaus und Kirche.“
Hätte Heinrich Heine dieses schmale Tal mit den kleinen Seitentälern, seinen steilen Berghängen und oft versteckten Ausblicken, also diese vielfältige Lerbacher Landschaft und das Leben im Dorf wirklich kennengelernt, dann hätte er seine fremdgeschilderte Lerbach-Erwähnung sicherlich unterlassen oder geändert und ausführlich neu formuliert.
Der damals 27-jährige Heinrich Heine war gerade am Beginn seines Jura-Studiums, interessierte sich aber schon deutlich mehr für die Dichtkunst. In dieser vorindustriellen Zeit, in der sich viele Gesellschaftsveränderungen anbahnten, hatte Heine noch nicht die spätere Lebenserfahrung und zeitkritischen Gesprächspartner erlebt wie später mit Balzac, Berlioz, Chopin, Dumas, Victor Hugo, Georg Sand, Ferdinand Lassalle, Karl Marx, u.a.. Sonst würde Heine wohl auch die damaligen drastischen Lerbacher Lebensverhältnisse besser erkannt, mehr beachtet und damals wahrscheinlich schon sozialkritisch beschrieben haben.
Aber dann wäre das Lerbachtal heute durch Heinrich Heines „Die Harzreise“ erheblich populärer und nicht mehr nur ein „verborgenes Juwel im Harz“.
Offensichtlich ist Heine also damals auf der natursteingewachsenen Alten Harzstrasse bergauf auf dem Langenberg an Lerbach und der Ziegelhütte vorbei Richtung Clausthal gewandert.
Als nächstes berichtet Heine dann auch schon von Clausthal und seinen weiteren Beobachtungen von Mensch und Natur auf der Harzwanderung.
Und Heine schreibt über Clausthal: „In dieses nette Bergstädtchen, welches man nicht früher erblickt, als bis man davor steht, gelangte ich, als eben die Glocke zwölf schlug und die Kinder jubelnd aus der Schule kamen.“
Wer weiter über Heines Harzwanderung lesen möchte, dem sei das folgende Buch empfohlen:
Cover: Landschaft mit Wanderer“ – (c) Eduard Schleich d.Ä.
Die Harzreise – Heinrich Heine, Anaconda Verlag Heinrich Heines Harzreise ist längst ein literarischer Klassiker – und, dessen unbeschadet, das wohl vergnüglichste und beliebteste Werk des großen Dichters.
Im Herbst des Jahres 1824 beginnt er seine Reise als 27-Jähriger in Göttingen, jener Stadt, die berühmt ist durch ihre „Würste und Universität“ und wandert binnen mehrerer Wochen über den Brocken bis hinauf zum Ilsenstein. Passagen genussvoll beißender Spottlust über das who is who seiner Zeit wechseln sich ab mit häufig zart–poetischen Natureindrücken und machen Heines „Harzreise“ zu einer bis heute erfrischenden Lektüre. Heines „Harzreise“ erschien zuerst 1826 als Teil 1 der „Reisebilder“ bei Hoffmann und Campe in Hamburg. … Der Text wurde inzwischen unter Wahrung von Lautstand, Interpunktion sowie sprachlich-stilistischer Eigenheiten der neuen deutschen Rechtschreibung angepasst.
Auch die vom Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf überlassene Original-Version von „Die Harzreise“ bestätigt diese Erkenntnisse.
Die Vorbereitungen zum diesjährigen, 61. Osterfeuer im Hexenzipfel laufen auch 2026 nach Plan.
tAuch bei Schnee und Kälte geht es voran !Screenshot
Später Beginn, bedingt durch die lange Schnee-Periode.
Selbst die Beseitigung der Kuhfladen auf dem Osterfeuerplatz hat sich – vorläufig – erledigt.
Viele Hände in der Kette …
Eine gute Beteiligung und viel Spaß beim Heckemachen – und danach – bringen uns gut voran.
Ohne gute Technik kaum zu schaffen.
Mehr als ausreichend Möglichkeiten zum Schlagen der Hecke und genug Transportkapazitäten sorgen für einen reibungslosen Ablauf bei den Arbeitseinsätzen an den Samstagen vor Ostern.
Das sind DIE Bratwürste !
Dieses Fotos vom Grillen ist auch sooo schön. Nirgendwann und nirgendwo schmecken die Würstchen so gut wie beim Osterfeuer.
Fachleute bei der Arbeit
Auch das 61. Osterfeuer wird in gewohnter Dimension am Ostersamstag, 4. April 2026 auf dem Drachesteigeplatz stehen und hoffentlich viele Gäste anlocken.
Kommt, macht mit und seid dabei. Das sind immer wieder einzigartige Erlebnisse.
Am kommenden Samstag, 14.03.2026 treffen wir uns wieder um 9.00 Uhr im Hexenzipfel und schneiden im Wald eine Forstschneise frei. Die weitere Hecke transportieren wir dann zu unserem Osterfeuerplatz.
Die Osterfeuer-Vorbereitungen 2026 laufen wieder wie geplant …
Jetzt schon Dank an alle Beteiligten, die seit Wochen das 61. Osterfeuer 2026 im Hexenzipfel planen und aktiv vorbereiten.
Wir werden dann noch einen weiteren Vorbericht geben über das aktuelle Geschehen mit dem zeitlichen Ablauf am Ostersamstag 4. April 2026 – unserem 61. Osterfeuer im OberLerbacher Hexenzipfel.
Gottesdienst am Heiligabend mit Krippenspiel 2025 Gisela Scheerschmidt, 02.2026
Alle Jahre wieder … Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind…
Lerbacher Kirche, Heiligabend 2025 (c) Julia Jasmin Schönhoff
Seit Anfang November 2025 haben wir mit den beteiligten Kindern ein Weihnachtskrippenspiel in einer etwas anderen Form eingeübt. Dazu gehörten natürlich auch einige Abstimmungen mit dem Ergebnis eines aufgelockerten Krippenspiels, welches die anwesenden Gemeindemitglieder in das Krippenspiel mit einbezogen hat.
Einzug der Krippenspieler (c) Julia Jasmin SchönhoffEinzug der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Einzug der Krippenspieler vom Eingang bis vor den Altar.
Begrüßung durch Gisela Scheerschmidt, geb. Schönfelder (c) Julia Jasmin Schönhoff
Mit einer kurzen Begrüßung und Einleitung wurden die Krippenspieler und Kirchenbesucher auf den Heiligabend-Gottesdienst eingestimmt.
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
An der Registrierungsstelle werden zunächst alle Mitspieler mit Namen und Rolle vorgestellt.
Jonathan Acker: Beamter Servus Helena Arenz: Engel Gabriel + König Balthasar Finn Baumann: Hirte Richard Kimble + König Kaspar Jonas Baumann: Josef Hauke Bertram: Erzähler + Beamter Brutus + König Herodes Hannah Just: Maria Lukas Just: Hirte David Ben Jesse Emma Vaiana: kleiner Engel Henrik Vaiana: Hirte Kain Ben Eva Stella Vaiana: König Melchior Sophie Viebrans: kleiner Engel
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Die Weihnachtsgeschichte als Krippenspiel, die den Kern der biblischen Weihnachtsgeschichte bewahrt.
In jener Zeit ordnete der Kaiser an, dass alle Menschen im Land sich registrieren lassen mussten. Jeder sollte dafür in die Stadt zurückkehren, aus der seine Familie stammte.
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
So machte sich auch Josef auf den Weg – von Nazareth nach Bethlehem, zusammen mit Maria, seiner Verlobten. Maria war schwanger.
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Als sie in Bethlehem ankamen, war die Stadt überfüllt. Überall suchten Menschen nach einem Platz zum Übernachten. Für Maria und Josef war kein Zimmer mehr frei. Schließlich fanden sie nur noch einen einfachen Unterschlupf, dort, wo sonst Tiere untergebracht waren.
Darstellung der Krippenspielerr (c) Julia Jasmin Schönhoff
Dort brachte Maria ihr Kind zur Welt. Sie nannte ihn Jesus. Sie wickelte ihn in Tücher und legte ihn in eine Futterkrippe, weil es keinen anderen Platz für sie gab.
Lerbacher Kirche (c) Julia Jasmin Schönhoff
Aber der Engel sagte: „Habt keine Angst! Ich bringe euch eine gute Nachricht, die allen Menschen große Freude bringen wird: Heute ist in Bethlehem ein Retter geboren – Christus, der Herr. Daran werdet ihr ihn erkennen: Ihr werdet ein Kind finden, in Tücher gewickelt, das in einer Krippe liegt.“
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Auf einmal war der Engel umgeben von einer großen Schar himmlischer Wesen. Sie lobten Gott und riefen: „Ehre sei Gott im Himmel, und Frieden auf der Erde für die Menschen, die er liebt!“
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Als die Engel verschwunden waren, sagten die Hirten zueinander: „Lasst uns nach Bethlehem gehen und sehen, was dort geschehen ist.“
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Sie machten sich sofort auf den Weg und fanden Maria, Josef und das Kind in der Krippe. Als sie das sahen, erzählten sie allen, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten.
Maria aber bewahrte all diese Worte in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach.
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Die Hirten kehrten zu ihren Schafen zurück. Sie lobten und dankten Gott für alles, was sie gesehen und gehört hatten – denn es war genau so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.
Darstellung der Krippenspieler (c) Julia Jasmin Schönhoff
Nach den traditionellen WeihnachtsLiedern „Stille Nacht, heilige Nacht“, „Kommet ihr Hirten“, „Ihr Kinderlein kommet“,, „Oh du fröhliche…“ und „Dies ist die Nacht, da mir erschienen…“, sowie dem Weihnachtssegen erfolgte der Auszug der Krippenspieler mitten durch die Gemeinde.
An der Orgel: Lena Scheerschmidt (c) Julia Jasmin Schönhoff
Lena hat auch beeindruckend „Ave Maria“ gesungen und wunderbar unsere Lerbacher Orgel gespielt.
Die weihnachtliche Lerbacher Kirche 2025 (c) Julia Jasmin Schönhoff
Das weihnachtliche Orgelnachspiel beendete den Heiligabend-Gottesdienst und begleitete in die folgenden Weihnachtstage.
Besonderen Dank richte ich an die Mitwirkenden des Krippenspiels, die daran teilnehmende Gemeinde, an Sigrid Pagel für die Mitarbeit, Lena Scheerschmidt an der Orgel und Julia Jasmin Schönhoff für die wunderschönen Fotos, also an Alle, die mit uns gemeinsam diesen Heiligabend-Gottesdienst gestaltet haben.
Prädikantin im Kirchenkreis Harzer Land Gisela Scheerschmidt
Jetzt hat man auch im Harzbereich in einer klaren Nacht Polarlichter gesehen und Brigitte K. hat sofort die Kamera gezückt …
Polarlichter (c) Brigitte Krug
Polarlichter treten hauptsächlich in den Polarregionen auf, wo die Feldlinien die Atmosphäre durchdringen. Sie kommen sowohl in nördlichen Breiten (Nordlichter, auch aurora borealis) als auch auf der Südhalbkugel vor (Südlichter, auch aurora australis). Besonders häufig treten Polarlichter in Alaska, Kanada, Finnland, Island und Norwegen auf.(c) Wikipedia (vielmehr unter Wikipedia)
Nordlichter über Hörden (c) Brigitte KrugDie Wetterforschungen und die Wettervorhersagen sind zunehmend genauer und langfristiger(c) meteored
Kälte, Schnee, Nässe und Eis bestimmen in diesem Januar 2026 weitgehend das Wettergeschehen.
Blick zum Kuhkolk (c) Karin Pinnecke
… und immer wieder erstaunlich, dass der Lerbach es schafft, von beiden Hangseiten das Regen- und TauWasser durch das ganze Tal hindurch bis in die Söse zu transportieren.
Der Lerbach am Hendrikschen Haus (c) Karin Pinnecke
Selbst der Wintersport zeigte in Lerbach wieder zarte Ansätze.
Fast wie in „alten Zeiten“ auf der Mühlwiese (c) Karin Pinnecke
Kaum ist der hohe Schnee bis auf kleine Schneereste verschwunden, kommen neue Schneeschauer und schaffen einen neuen weißen Teppich.
Der zugefrorene Mühlenteich (c) Karin Pinnecke
WetterVorhersagen gibt es auch schon für einen strengen Februar 2026 – doch der nächste Frühling kommt bestimmt.
Winterschlaf im NaturErlebnisPark (c) Karin Pinnecke
Trotzdem zeigen sich im Lerbachtal und auf seinen beidseitigen Höhen erste zarte Anzeichen darauf, dass die Natur sich in Richtung Frühling mit neuen Mischwäldern weiterentwickelt.
Am Kleeberg mit den Baumhäusern (links) und dem Weg zum Schiefertal (c) Karin PinneckeDie Natur nimmt sich ihren Raum … Hier räumt der Harzklub bald wieder auf und macht den Weg begehbar (c) Frank Koch
Noch sieht es trostlos aus, aber bald sind die Wege wieder geräumt und der frische Mischwald wächst heran und greift sich seinen Raum.
Die Natur nimmt sich ihren Raum … (c) Frank Koch
Auch im Winter gibt es in der Nähe des Lerbachtales schöne Aussichten. Man muß sich nur „auf den Weg machen …“
Aussichtsturm (c) Frank Koch
Vom Aussichtsturm oberhalb vom Kuhkolk gibt es rundum weite Ausblicke über den ganzen Harz und das Harzvorland.
Blick auf die Clausthaler Hochebene beim Prinzenteich und der Ziegelhütte bei Buntenbock (c) Frank Koch
Die Nächte werden spürbar kürzer und die Tage werden langsam aber sicher immer länger und heller.
Zu jeder Jahreszeit ermöglicht der naturnahe Buchenwald am Lerbacher Langenberg/Sommerberg allen Besuchern besonders eindrucksvolle Naturerlebnisse.
lerbach25-jtrull-geheim-01.jpg (c) Jürgen Trull
Der Lerbacher Buchenwald hätte es m.E. längst verdient gehabt, als besonderer Lebens- und Erlebnisraum angesehen zu werden und auch in dieser Hinsicht eine entsprechend größere Wertschätzung zu erfahren.
Mit folgender Thematik habe ich nun etwas aufgegriffen, dass 1. noch in diese Jahreszeit passt, 2. sich illustrativ gut darstellen lässt und 3. einen Teil der besonderen Natur des Lerbacher Buchenwaldes mehr in Aufmerksamkeit und Bewusstsein rücken kann.
lerbach25-jtrull-pilz-08.jpg (c) Jürgen Trull Samtfußrüblinglerbach25-jtrull-pilz-09.jpg (c) Jürgen Trull Der Samtfußrübling hat die gewohnt-typische in Hut und Stil gegliederte Pilzform. Er ist ein beliebter Speisepilz, in der asiatischen Küche ist seine Zuchtform „Enoki“ verbreitet und wird dort gern verwendet. Dieser Winterpilz ist besonders frostresistent und verliert bei tiefen Temperaturen seine Form nicht. Er enthält ebenfalls zahlreiche Vitalstoffe und wird als Heilpilz eingesetzt.
Ungemütlich, neblig, feucht und kalt, so präsentiert sich meistens der Spätherbst im November/Dezember auch im Lerbacher Buchenwald.
lerbach25-jtrull-pilz.10.jpg (c) Jürgen Trull Der Austernseitling ist ein hervorragender und beliebter Speisepilz. Er zählt, da er sich gut kultivieren lässt, zu den weltweit wichtigsten Kulturpilzen. Er ist unter dem Namen „Kalbfleisch-Pilz“ im Handel. Als typischer Winterpilz braucht er tiefe Temperaturen um seine Fruchtkörper auszubilden. Er hat etliche besondere Eigenschaften und wird in der Tradition unterschiedlicher Kulturen ebenfalls als Heilmittel verwendet.
Gerade in dieser Schmuddelwetterzeit lassen sich im Lerbacher Buchenwald Entdeckungen machen, die interessierten Menschen Einblicke eröffnen in eine Welt exotischen Formen-und Farbreichtums, zahlloser ökologischer Verbindungen und heilwirksamer Substanzen.
lerbach25-jtrull-pilz-01.jpg (c) Jürgen Trull Der Gemeine Spaltblättling gilt weltweit als der meist verbreitetste Pilz. Seine augenfälligen muschelförmigen Fruchtkörper findet man häufig an liegendem Buchenstammholz. Er wirkt dort als Weißfäule-Erzeuger und Folgezersetzer. Die Inhaltsstoffe dieses Pilzes und deren Eigenschaften würden für eine ausführliche Beschreibung mehrere Seiten füllen und den Rahmen dieser kleinen Betrachtung hier sprengen. Sie reichen von seiner Kälte- und Hitzeresistenz bis hin zur Verwendung in der Ölindustrie, im Instrumentenbau und als Heilpilz in der Krebstherapie.
Es geht um Pilze und um Phänomene an denen Pilze beteiligt sind. Pilze sind weder Tier noch Pflanze, sondern bilden eine eigene Ordnung im Gefüge des Lebendigen.
lerbach25-jtrull-pilz-02.jpg (c) Jürgen Trull Krauser Adernzählinglerbach25-jtrull-pilz-03.jpg (c) Jürgen Trull An Laubholzstämmen und Ästen finden sich häufig die ähnlich geformten Fruchtkörper des Krausen Adernzählings zur Reifezeit, im Spätherbst/Winter sind sie besonders farbintensiv. Die weiteren Eigenschaften sind längst nicht so zahlreich wie bei der vorher beschriebenen Art. Beiden Arten gemeinsam ist der markante Unterschied zwischen Ober- und Unterseite und ihre Holz-zersetzenden, vom toten Material selbst ernährende (saprobiontischen) Wirkungen.lerbach25-jtrull-pilz-04.jpg (c) Jürgen Trull Die Schmetterlingstramete wird seit Jahrhunderten besonders in der traditionellen chinesischen Medizin als Heilpilz unter dem Namen „Coriolus“ verwendet. Ihre zahlreichen Vitalstoffe ermöglichen ein breites Anwendungsspektrum bis hin zur Anwendung in der Krebstherapie.
Gemeint sind hier nicht die bekannten Speisepilze, sondern die Pilzarten, die im Herbst und/oder Winter hier vorkommen, teils besondere Eigenschaften haben und für das Artenspektrum dieses Waldes charakteristisch sind.
lerbach25-jtrull-pilz-05.jpg (c) Jürgen Trull Der Striegelige Schichtpilz enthält, wie die Schmetterlingstramete viele heilwirksame Substanzen, er ist darüberhinaus in der Lage, durch interne Stoffwechselvorgänge, Pestizide abzubauen. Seine markante Farbigkeit ist ein eindrucksvolles, jedoch kein alleiniges Erkennungsmerkmal.
Die technischen Möglichkeiten zeitgemäßer Naturfotografie erlauben es, diese oft nur wenige Zentimeter großen Organismen, in detailreichen Fotografien darzustellen. Nicht nur zu rein dokumentarischen Zwecken, sondern dank ihrer vielgestaltigen Exotik und dekorativen Ornamentik als wahre Kunstwerke der Natur zu präsentieren.
lerbach25-jtrull-pilz-06.jpg (c) Jürgen Trull Judasohrlerbach25-jtrull-pilz-07.jpg (c) Jürgen Trull Das Judasohr ist ebenfalls ein typischer Winterpilz. Als Heilpilz findet er unter anderem Verwendung als Cholesterin-Senker. Seine kultivierte Zuchtform ist unter dem Namen „Mu Err“ bekannt. Er ist geschätzter Bestandteil vieler Chinesischer- und Japanischer Gerichte. Judasohren wachsen meistens an Holunderbüschen und Weiden.
Weitaus wichtiger als ihre visuelle Anmutung ist jedoch die Artenvielfalt als bedeutender Indikator für ein gesundes, vitales Ökosystem Wald.
lerbach25-jtrull-pilz-11.jpg (c) Jürgen Trull Orangeseitlinglerbach25-jtrull-pilz-12.jpg (c) Jürgen Trull Der Orangeseitling ist im Gegensatz zum Austernseitling kein Speisepilz. Er ist zwar ungiftig hat aber keinen guten Geschmack und darüberhinaus auch keine besonderen Inhaltsstoffe. Für Naturfotografen allerdings ein beliebtes Motiv wegen der leuchtenden Farbe und der schönen, symmetrischen Form.
Die hier beschriebenen Eigenschaften beziehen sich auf die abgebildeten Fruchtkörper, den Sporenträgern der jeweiligen Pilzarten. Der eigentliche Pilz besteht aus mikrofeinen Pilzfäden, den Hyphen, in ihrer Gesamtheit Myzel genannt. Meist unseren Blicken verborgen, durchziehen sie wie ein feines Netz Waldböden und Totholz.
lerbach25-jtrull-13.jpg (c) Jürgen Trull Herbst-Lorchellerbach25-jtrull-14.jpg (c) Jürgen Trull Die Herbst-Lorchel wächst gern an Wegrändern. Die bizarre, nie gleiche Form des Fruchtkörpers, mit ihrem tief zerfurchten Stiel, kommt auf Fotos sehr gut im Gegenlicht zur Geltung, wenn ihr zartes Fruchtfleisch dann im wahrsten Sinne durchleuchtet wird. Ihr Speisewert ist gering, im Rohzustand ist sie schwach giftig.
Die zahlreichen symbiotischen Verbindungen und Verflechtungen der Pilze mit Bäumen, anderen Pflanzen und vielen Kleinlebewesen sind, ebenso wie ihre heilwirksamen Inhaltsstoffe, noch längst nicht vollständig erforscht. Ein großer Teil der Pilzarten ist noch nicht einmal dokumentiert.
lerbach25-jtrull-15.jpg (c) Jürgen Trull Die Grubenlorchel wächst wie die Herbstlorchel gern an Wegrändern. Sie wird leicht übersehen, da sie oft vom herbstlichen Falllaub bedeckt ist. Ihre Farbvarianz ist groß, sie reicht von grau-blau bis schwärzlich.
Pilze übersieht man leicht, doch sind sie für sämtliche Ökosysteme der Erde von elementarer Bedeutung. Sie beeinflussen oder steuern unzählige Stoffwechselvorgänge des Lebens auf der Erde – und das seit einigen Milliarden Jahren.
lerbach25-jtrull.pilz.20.jpg (c) Jürgen Trull Rosagetönte Gallertkrustelerbach25-jtrull.pilz.21.jpg (c) Jürgen Trull Rosagetönte Gallertkruste Zuletzt noch ein Phänomen, welches lange nicht erklärbar war. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, Windstille, Schneearmut und mäßiger Luftfeuchtigkeit kann man an abgestorbenen Ästen manchmal „Haareis“ oder „Eiswolle“ beobachten. Haareis war im Hinblick auf seine Entstehung lange ein Rätsel. Erst 2015 gelang es, einen unscheinbaren Pilz ausfindig zu machen – die Rosagetönte Gallertkruste, deren feine Pilzfäden im Holz, die Bildung von Haareis unter bestimmten Bedingungen verursachen. Im letzten Winter 2024/25 ließen sich sehr viele, mit Haareis besetzte Hölzer im Lerbacher Buchenwald beobachten.
Zugegeben, nicht jede der abgebildeten Pilzarten findet man hier am Lerbacher Sommerberg in jedem Herbst und Winter. Die Entwicklung der Pilze unterliegt – Pilzsammler wissen das – geheimnisvollen, bislang wenig erforschten Zyklen. Temperatur in Verbindung mit Niederschlag und Bodenfeuchte sind dabei wohl ganz wichtige Faktoren. Doch dieser Wald ermöglicht, wie eingangs erwähnt, zu jeder Jahreszeit mit seinem enormen Artenspektrum, großartige Naturerlebnisse besonderer, anderer Art.
Der Langenberg erstreckt von Osterode-Freiheit bis nach Buntenbock zur Clausthaler Hochebene zwischen 250 und fast 600 m Seehöhe. Der überwiegende Buchenwald mit seinen jungen und alten Beständen ist bis zu 150 Jahre alt. Auf dem dortigen Sommerbergweg kann dieses Gebiet weitgehend bequem durchwandert werden. Neben den erkennbaren Zeugnissen der Bergbauvergangenheit kann das geschulte Auge eine ganz besondere Natur wahrnehmen.
Beste Grüße und vielen Dank an Jürgen Trull für die Einblicke in einige „Geheimnisse des Lerbacher Buchenwaldes2025„.
Wolfgang (Wolf) Gärtner email: gaertner@interform.de
PS: Diese FotoGalerien sind offen für Alle, die ihre besonderen Fotos zeigen wollen. Foto-Zusendungen bitte per email mit Bildbeschreibung und Aufnahmedatum.
Viele Wochen und Monate im Jahr 2025 hat im ganzen Lerbachtal in „schwärmerischer“ Art und Weise eine engagierte Dorfgemeinschaft ganz aktiv „Lerbach leuchtet“ vorbereitet.
Märchenhaft – Uli Matthias
Diese Schwarmkunst-Aktion wurde dann in der Zeit vom 18. Oktober bis 09. November 2025 mit großer Besucher- und Medien-Resonanz erfolgreich durchgeführt.
Nun endet diese Schwarmkunst-Aktion im Lerbachtal mit einem Finale am Samstag/Sonntag, 8. und 9. November 2025.
Doch danach geht es weiter …
Federführend für die Schwarmkunst-Aktivitäten in Lerbach ist das atelier-dreieck im BleistiftHaus, Friedrich-Ebert-Strasse 196, 37520 Osterode-Lerbach.
Das gezeigte Bild informiert über die Erreichbarkeit in den nächsten Monaten. Die Niedersächsischen Sommerferien beginnen am 02. Juli 2026. Weitere Aktionen werden im BleistiftHaus vorbereitet und rechtzeitig bekannt gemacht.
Danke an alle Beteiligten und Schwärmerische Grüße atelier-dreieck