Autor: Wolfgang Gärtner

  • Zur aktuellen Wildschwein-Situation im Lerbachtal

    Von Wolfgang Gärtner.

    Das Thema: Wildschweine ist sehr umfangreich. Deshalb können ergänzend zum Thema noch einige weitere Informationen hilfreich sein.

    Wildschwein (Sus scrofa) (c)Wikipedia

    Schon seit längerer Zeit hat sich die Wildschwein-Plage im Lerbachtal mit vermehrten Wildschwein-Orgien an unterschiedlichen Bereichen des Ortes und der umliegenden Landschaft entwickelt. 



    Verwüstungen auf dem Lerbacher Friedhof waren schon bisher immer wieder ein besonderes Ärgernis und verlangten unbedingt Gegenmaßnahmen mit wirksamen Einzäunungen.

    In jüngster Zeit wurden die Wildschwein-Rudel aber immer unbekümmerter auch in anderen Ortsbereichen unterwegs und jetzt haben sie auch noch den Spielplatz am Hüttenteich verwüstet.

    Jetzt hat man nun die Presse und das Fernsehen für die Berichterstattung über die angespannte, aktuelle Situation eingebunden. Denn die Zeit ist reif für eine Problembehandung, die wirksam und nachhaltig nur unter Beachtung einiger wichtiger Kenntnisse über diese Tierart gefunden werden kann.

    Weitere Informationen über diese Tierart:

    Die Bezeichnung „Schweine“ für die Säugetierfamilie ist altgermanischen Ursprungs. Entsprechend der Bezeichnung bei allen Schweinen heißen männliche erwachsene Tiere (Wild-)Eber und weibliche (Wild-)Sauen oder Säue. (…) Das Wort „Sau“ könnte von einer Lautmalerei des für die Tiere typischen Grunzlautes abgeleitet sein oder (…) bezieht sich ursprünglich auf die Gewohnheit der Tiere, die Erde aufzuwühlen.

    Für Wildschweine haben sich bereits in alter Zeit weitere Begriffe eingebürgert(…) dies gilt in besonderer Weise für die weidmännische Sprache. (…) Ein starker Keiler ab dem fünften oder sechsten Lebensjahr wird in der Jägersprache als „Basse“ oder „Hauptschwein“ bezeichnet.

    Die Bezeichnung Bache für das weibliche erwachsene Wildschwein ist (…) mit dem althochdeutschen Wort *bah– der Rücken eines Tieres bzw. die hieraus entnmmene Speckseite gemeint (vgl. engl. „back“ oder das französische, aus dem Deutschen entlehnte Wort „bacon“, „Speck“). Junge Wildschweine werden bis zum Alter von einem Jahr Frischlinge genannt, im zweiten Lebensjahr heißen sie in der Jägersprache Überläufer (…).

    Eine Gruppe von mehreren Wildschweinen heißt Rotte, ein Begriff, dessen Wurzeln ins Mittelhochdeutsche übernommen wurde.

    Das Wildschwein (Sus scrofa), jägersprachlich Schwarzwild (salopp auch Schwarzkittel) genannt, ist ein Paarhufer in der Familie der Echten Schweine und die Stammform des Hausschweins. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Südostasien. Durch Aussetzen in Nord- und SüdamerikaAustralien sowie auf zahlreichen Inseln ist es heute nahezu weltweit verbreitet. (…)

    Lebensraum

    Ursprüngliches Verbreitungsgebiet (grün) und Gebiete mit eingeführten Populationen (blau) (c) Wikipedia

    Wildschweine passen sich unterschiedlichsten Lebensräumen an. Dazu trägt bei, dass sie ausgesprochene Allesfresser sind, die sich schnell neue Nahrungsnischen erschließen. Wildschweine haben durch ihre Fähigkeit, den Boden aufzubrechen, Zugang zu Nahrung, die anderen Großsäugern nicht zur Verfügung steht. Ihr kräftiges Gebiss kann sogar hartschalige Früchte wie Kokosnüsse aufbrechen. Sie sind außerdem ausgezeichnete Schwimmer und verfügen über eine gute Wärmeisolation, so dass sie sich auch an Feuchtgebiete anpassen können. (…)

    Im klimatisch gemäßigten Mitteleuropa entwickeln Wildschweine die höchste Bestandsdichte in Laub- und Mischwäldern, die einen hohen Anteil an Eichen und Buchen haben und in denen es (…) wiesenähnliche Lichtungen gibt (…).

    Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig. In Mitteleuropa nimmt die Population vor allem durch den vermehrten Anbau von Mais stark zu und die Tiere wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein. (…)(c) Wikipedia

    Rückgewinnung des Verbreitungsgebiets

    Seit dem 20. Jahrhundert leben Wildschweine wieder in weiten Teilen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete (…)

    Die Populationsentwicklung der letzten Jahrzehnte wird auch an den Jagdstrecken deutlich. So wurden in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2003 erstmals jeweils mehr als 500.000 Wildschweine erlegt. In den 1960er Jahren lag die jährliche Jagdstrecke noch bei unter 30.000 Tieren. (c) Wikipedia

    Vordringen in den urbanen Lebensraum

    Die Anpassungsfähigkeit der Wildschweine zeigt sich besonders deutlich in Berlin. Wildschweine haben sich dort die stadtnahen Wälder als Lebensraum erobert und dringen heute auch in die Vorstädte ein. (…)

    Wildschwein-Rudel (Sus scrofa) (c) Wikipedia

    Der Bestand an Wildschweinen rund um Berlin wird mittlerweile (Stand 2010) auf 10.000 Tiere geschätzt. (…) Sie dringen in die Gärten und Parks ein und richten dort zum Teil beträchtliche Schäden an. Sie durchstöbern auch Mülltonnen nach Essensresten. Die intelligenten Tiere registrieren sehr schnell, dass ihnen in Wohngebieten keine Bejagung droht, und werden gelegentlich sogar tagaktiv. (…) (c) Wikipedia

    Notwendigkeit der Wildschweineindämmung

    In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist ist die Anbaufläche von Mais und Raps stark gewachsen und nimmt mittlerweile zehn Prozent der Bundesfläche ein. Damit sind die landwirtschaftlichen Futterquellen in den letzten 50 Jahren um das 26fache gestiegen. (…) Der hoch stehende Mais bietet Schutz und ausreichend Nahrung, sodass sich die Schwarzkittel stark vermehren können. Experten sprechen inzwischen sogar von einer Vermehrungsrate von bis zu 360%. Dies bedeutet, dass sich, ohne den Eingriff von Jägern, die Zahl der Wildschweine von beispielsweise 1000 Tieren in einem Jahr auf ca. 3600 im Folgejahr erhöhen würde. Seuchengefahr steigt damit bedenklich. Besonders gefährlich gestaltet sich die Schweinepest, (…) Daraus folgt die Notwendigkeit, den Wildschweinbestand zu reduzieren. (c) jagd1.de
    mehr im Detail unter: https://jagd1.de/magazin/erntejagd-gleich-effektive-wildschweinjagd

    Jagdrecht (c) Jagd1 Das Magazin

    WALD- UND JAGDRECHT: RECHTLICHE GRUNDLAGEN UND VORGABEN

    Die Jagd hat in Deutschland eine sehr lange Tradition und findet noch immer auf Bundesebene viele Anhänger. Während mittlerweile unter Einhaltung des Jagdrechtes jeder in Deutschland jagen gehen darf, war das vor 150 Jahren noch anders. Damals war die Jagd dem Adel vorbehalten. Er durfte sowohl auf eigenen Flächen als auch in den Waldgebieten anderer jagen. Heute ist das Jagdgebiet dagegen sowohl an das Revier als auch an Eigentumsrechte gebunden.

    Noch immer hält sich die Annahme wacker, dass jeder Waldbesitzer auch tatsächlich in seinem Wald jagen darf. Dem ist aber nicht so. Das Wald- und Jagdrecht sieht klar einen umfassenden Tierschutz vor. Eine Jagd ist demnach nur erlaubt, wenn es sich um einen offiziell ausgewiesenen Jagdbezirk handelt und wenn ein entsprechender Jagdschein vorhanden ist. Ohne Jagdschein handelt es sich um Wilderei und damit um eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

    WER DARF IN MEINEM WALD JAGEN?

    Das deutsche Jagdrecht regelt ganz genau, wer im Wald jagen gehen darf und wer nicht.

    Hochsitzjagd (c) Jagd1 Das Magazin

    Eine Jagderlaubnis liegt grundsätzlich nur unter bestimmten Voraussetzungen vor:

    • In der Bundesrepublik ist die Jagderlaubnis immer auch an einen Jagdschein gebunden. Das heißt: Ohne diesen darf eine Jagd auch nicht stattfinden.
    • Waldbesitzer dürfen in ihrem eigenen Wald jagen, wenn es sich um einen ausgewiesenen Jagdbezirk handelt und sie über einen aktuell gültigen Jagdschein
      verfügen.
    • Fremde Jäger dürfen nur dann im Wald jagen, wenn sie das Jagdrevier beim Waldbesitzer gepachtet haben und einen gültigen Jagdschein vorlegen können.

    OHNE JAGDSCHEIN KEIN JAGDRECHT

    Die Pacht eines Jagdbezirks allein reicht als Berechtigung für das Jagen in Deutschland nicht aus. Generell müssen beim Jagen die Grundgesetze der Weidgerechtigkeit, des Natur-, Tier- und Artenschutzes berücksichtigt werden.(…)

    WO DARF DIE JAGD NICHT AUSGEÜBT WERDEN?

    An und für sich ist die Jagd in Deutschland flächendeckend erlaubt, allerdings nur in sogenannten Jagdbezirken. Diese werden von der Jagdaufsichtsbehörde festgelegt und sind konsequent einzuhalten. Doch was heißt das? Es gibt klare Vorgaben, welche Waldgebiete überhaupt als Jagdbezirke infrage kommen. Dabei gilt:

    • In befriedeten Gebieten ist die Jagd in Deutschland generell verboten. Dazu gehören Ortschaften ebenso wie Bereiche, in denen sich Gebäude befinden oder Friedhöfe. Es gibt hier nur selten Ausnahmen.
    • Auch an allen Orten, die der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit dienen, ist die Jagd untersagt.
    • Des Weiteren darf die Jagd in einem Umkreis von 300 m um Futterstellen, die für Schalenwild eingerichtet wurden, nicht durchgeführt werden. Ausgenommen ist hier lediglich das Schwarzwild.
    • Auch Naturschutzgebiete sind generell jagdfreie Zonen. Hier gibt es auch keine Ausnahmen.
    • Auf die Jagd muss außerdem nahe der Reviergrenze konsequent verzichtet werden.

    WELCHE GESETZE SIND IM JAGDRECHT RELEVANT?

    Das Jagdrecht ist ein ausgesprochen komplexes Rechtsgebiet, auf das verschiedene Gesetze Einfluss nehmen. Daher lohnt es sich für Jäger generell, sich von einem spezialisierten Anwalt in unklaren Themen beraten zu lassen.

    In der Bundesrepublik Deutschland wird das Jagdrecht aktuell auf zwei Ebenen geregelt. Zum einen muss hier das BJagdG genannt werden, also das Bundesjagdgesetz. Zum anderen hat aber auch jedes Bundesland sein eigenes Jagdgesetz. (…) (c) Jagd1

    WILDSCHÄDEN – NICHT NUR EIN JURISTISCHES PROBLEM

    Während ein Wildunfall finanziell durch die Haftpflichtversicherung (bei Schäden an einem weiteren Fahrzeug) oder durch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung (bei Schäden am eigenen Auto) abgesichert ist, sieht das bei einem Wildschaden wiederum anders aus. Denn hier geht es nicht nur um den vordergründig finanziellen Schaden, sondern auch um das Verhältnis zwischen Jagdgenossenschaften bzw. Jägern und den geschädigten Landwirten. (…) Es gilt also, wenn möglich, Wildschäden an land- oder forstwirtschaftlichen Flächen oder Privatgrundstücken von vornherein zu vermeiden. Ein bereits entstandener Schaden sollte so schnell wie möglich reguliert werden, damit keine zusätzlichen Folgeschäden entstehen… (c) Jagd1

    WILDSCHÄDEN IN DER LANDWIRTSCHAFT

    Ein auf landwirtschaftlich genutzten Flächen entstandener Schaden kann ebenfalls recht unterschiedlich aussehen. …Zu wesentlich massiveren Schäden durch Wild kommt es, wenn Schwarzwild frisches Getreidesaatgut oder auch Saatkartoffeln ausbuddelt und frisst.

    Auch Weide- und Wiesenschäden gehören zu den klassischen Wildschäden. Denn die Wildschweine suchen dort gerne nach Mäusen und den raupenähnlichen, eiweißreichen Engerlingen. Um die unter der Erde befindlichen Tiere ausfindig zu machen, zerwühlen sie das Erdreich und zerstören so große Weide- und Wiesenflächen. Immer häufiger hört man auch davon, dass Wildschweine in am Rande eines Wohnortes gelegene Schrebergärten einbrechen und dort eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Hierbei darf man jedoch nicht vergessen, dass es schließlich zuerst der Mensch war, der immer mehr in das Tierreich eingedrungen ist – und nicht umgekehrt. So gesehen ist ein Wildschaden immer ein Zeichen dafür, dass der natürliche Lebensraum der Tiere entweder zu knapp bemessen ist oder aber zu manchen Zeiten nicht ausreichend Nahrung hergibt.. (c) Jagd1

    VERMEIDBARE WILDSCHÄDEN: VORBEUGEN IST PFLICHT

    Sowohl Landwirte als auch Forstunternehmer und Jagdpächter sind angehalten, Wildschäden nach Möglichkeit zu vermeiden. Hierfür ist eine lückenlose Kommunikation und Zusammenarbeit notwendig. Der Jäger sorgt mit seiner gezielten Bejagung dafür, dass sich entsprechende Tierarten nicht unkontrolliert ausbreiten. Er ist zudem beim Einzäunen möglicher Schadflächen behilflich. Arbeiten alle Beteiligten Hand in Hand zusammen, können zahlreiche Wildschäden vermieden werden.. (c) Jagd1

    WICHTIG: Für Landwirte, die einen durch Wild entstandenen Schaden entdecken, gilt eine Frist von 10 bis 14 Tagen, um diesen zu melden. Lässt der Landwirt diese Frist verstreichen, ist er nicht mehr schadensersatzberechtigt. Für forstwirtschaftlich genutzte Flächen gilt, dass diese zweimal jährlich begutachtet und auf mögliche Wildschäden hin kontrolliert werden müssen. Landwirte müssen ihre Felder, je nach Schadenshäufigkeit, wöchentlich bis monatlich einmal kontrollieren.. (c) Jagd1

    WER KOMMT FÜR DEN WILDSCHADEN AUF?

    Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zum Wildschaden, sind Forstunternehmer oder Landwirt entsprechend zu unterstützen, indem der Schaden finanziell ausgeglichen wird. Sind keine anderweitigen Sonderregelungen getroffen, haftet die Jagdgenossenschaft für den entstandenen Schaden und muss diesen entsprechend ersetzen.

    Ein Pachtvertag zwischen Jagdpächter und Verpächter kann jedoch auch individuelle Regelungen beinhalten. Diese können recht unterschiedlich gestaltet sein, wie man aus den folgenden Möglichkeiten ersehen kann:

    • Erstattung des gesamten Schadensbetrages durch den Jagdpächter
    • Der Jagdpächter entrichtet einmal jährlich oder pro Quartal eine feste Pauschale, aus der etwaige Schäden bezahlt werden
    • Zahlung des angefallenen Wildschadens bis zu einem vorher abgesprochenen Deckelungsbetrag durch den Jagdpächter
    • Jagdpächter und Jagdgenossenschaft teilen sich gemeinsam die Verantwortung und damit die anfallenden Kosten. (c) Jagd1

    WILDSCHADEN ENTDECKT? DAS RICHTIGE VORGEHEN

    Das Bundesjagdgesetz besagt, dass bei einem neu entdeckten Wildschaden vorerst Gemeinde und Jagdgenossenschaft informiert werden müssen. … (c) Jagd1

    Aber einen weiteren Bereich gibt es in diesem Zusammenhang auch noch!
    Wildfleisch steht auch als Delikatesse auf manchen Speisekarten!

    Wildfleisch (c) Jagd1 Das Magazin
    Wildfleisch (c) Jagd1 Das Magazin

    Wildfleisch hat sich in den letzten Jahren zunehmend als beliebte Wahl für ernährungsbewusste Verbraucher etabliert. Abseits der konventionellen Fleischquellen bietet Wildfleisch nicht nur einen einzigartigen Geschmack, sondern bringt auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich. In diesem Blogbeitrag werden wir einen genaueren Blick darauf werfen, was Wildfleisch so gesund macht. (c) Jagd1 Das Magazin

    Hier einige Rezepte auf: https://jagd1.de/magazin/?s=wildschwein+rezepte

    Wie und wann wird dieses natürliche Dauer-Problem mit Wildschweinen im Lerbacher Bereich ausreichend eingedämmt werden können?

    Beste Grüße
    Wolfgang Gärtner
    03.2025

  • Heiligabend 2024 in der Lerbacher Kirche

    Heiligabend
    Dienstag, 24. Dezember 2024

    Alle Jahre wieder …

    17 Uhr: Christvesper mit Krippenspiel
    Prädikantin Gisela Scheerschmidt

    Alle Jahre wieder findet am Heiligen Abend um 17:00 Uhr ein Familiengottesdienst mit Krippenspiel in unserer Lerbacher Kirche statt.

    Seit vielen Jahren übt Prädikantin Gisela Scheerschmidt mit den Kindern die Geschehnisse im Krippenspiel um Jesu Geburt. 

    Es sind immer wieder Kinder dabei, deren Väter oder Mütter im Laufe der Jahre schon selber mitgespielt haben.

    Es spielen außer Maria, Josef und der kleine Jesus in der Krippe noch Engel, kleine und große Hirten, Könige, Kaiser Augustus, König Herodes, Wirte und Sternträger im Krippenspiel mit.

    In diesem Jahr hatten wir leider viel zu wenige Kinder, so dass einige Kinder sogar zwei Rollen übernommen haben.

    Die Kinder und Jugendlichen sind mit viel Freude und Spaß dabei, und ich freue mich auf jedes neue Jahr, wenn es wieder heißt:  Nächste Woche im November beginnt die erste Probe.

    22 Uhr: Christnacht mit Posaunenchor
    Pastorin Johanna Friedlein

    Screenshot
    … und das ist der Kern meiner Christnacht-Ansprache (c) Johanna Friedlein

    Evangelium nach Lukas 2, 1-20 –
    Die Weihnachtsgeschichte
    Die Geburt Jesu – Übersetzung der Luther-Bibel


    #1 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.
    #2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.
    #3 Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.
    #4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war,
    #5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
    #6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.
    #7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
    #8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
    #9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
    #10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
    #11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
    #12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
    #13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
    #14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
    #15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
    #16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
    #17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
    #18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
    #19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
    #20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

    Das Weihnachtslied: „Dies ist die Nacht, da mir erschienen …“ von Kaspar Friedrich Nachtenhöfer (1624 – 1685) wird seit ganz langer Zeit nach der Melodie „Oh, das ich tausend Zungen hätte“ gespielt und gesungen.
    Aber eine besondere Lerbacher Version der Melodie ist fester Bestandteil der Heiligabend-Lieder mit Orgelbegleitung in der Lerbacher Kirche ( die Lerbacher Melodie ist anzuhören unter: https://www.facebook.com/andreas.buecher/posaunenchor.)

    1. Strophe: Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt – und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht.
    2. Strophe: Lass dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieser kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein, er treibet weg der Hölle Macht, der Sünde und des Kreuzes Nacht.
    3. Strophe: In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligkeit; wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht noch in gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles sein.
    4. Strophe: Lass nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht; mit Gott musst du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht; willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein.
    5. Strophe: Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst! Dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtsglanzes voll.
    Kaspar Friedrich Nachtenhöfer (1624 – 1685)

    Frohe Weihnachten …
    und einen Guten Start in das Jahr 2025!

    Beste Grüße
    Wolfgang Gärtner
    12.2024

  • Vorweihnachten 2024 in der Lerbacher Kirche

    Vorweihnachten 2024 (c) Andreas Bücher
    Vorweihnachten 2024 (c) Andreas Bücher
    Vorweihnachten 2024 (c) Andreas Bücher

    Welch eine tolle Idee, die wunderschönen Lerbacher Weihnachtsbäume in unserer Kirche schon jetzt für jeweils ein paar Stunden erleuchten zu lassen.

    Video mit dem Lerbacher Weihnachtslied unter:

    https://www.facebook.com/andreas.buecher/videos/1237568927327316?idorvanity=137142509726025

    Vorweihnachten 2024 (c) Andreas Bücher

    So haben wir schon jetzt etwas von dieser tollen Weihnachtssonne.🎅🏻🌞

    P.S. 

    Der ganze Posaunenchor ist dann in der Lerbacher Kirche am 24.12.2024 auch wieder abends um 22:00 Uhr in der Christnacht zusammen mit Bernd Scholze an der Orgel zu hören.

    🎺
  • FotoGalerie/13.24 -Bergsteigen in Alaska

    bergsteigen-googlemap-alaska-01.jpg

    Wenn ein Harzer Bergsteiger sich die Besteigung des höchsten Gipfels Nordamerikas, den Denali (Mount McKinley) mit 6194 m vornimmt, dann muss er wissen, worauf er sich damit einlässt und gut trainiert, besonders fit und perfekt vorbereitet sein.

    Denali, früher Mount McKinley genannt, 6194 m (c) Bogenschütz
    Denali, zwischen 1917-2015 Mount McKinley bezeichnet, 6194 m (c) wikipedia

    Denali“ ist der traditionelle Name des Berges, das „der Große“ oder „der Hohe“ bedeutet. Der Name Mc Kinley stammt von dem bis 1901 regierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten und wurde 1917 zur Gründung des Mount-McKinley-Nationalparks offiziell so benannt, blieb aber umstritten und wird seit 2015 wieder mit dem amtlichen Namen: Denali bezeichnet.. (c) Auszug wikipedia


    Hier der 6. Bericht (von 6) von Günther Koch:
    Bergsteigen in Alaska

    Mount McKinley (seit 2015 wieder Denali)

    1990 war es dann soweit. Allein der Name hat mich schon immer gereizt. Ich buchte die Teilnahme an der Besteigung des Mount McKinley beim Deutschen Alpenverein.
    Begonnen hat es dann aber zunächst in den Alpen. Unser Bergführer wollte auf einigen Touren wissen, ob alle Teilnehmer für das Abenteuer Alaska geeignet sind.

    Alaska, Anchorage Flughafen
    Ankunft in Talkeetna

    Talkeetna ist ein kleiner Ort nördlich von Anchorage in Alaska (Alaska Range), von dem aus wir zum Basecamp des Mount McKinley fliegen wollen. Leider hält uns das Wetter 3 Tage lang gefangen. Wie man sieht, ist die Stimmung auf Null.

    Wartezeit in Talkeetna
    Warten, warten, warten … in Talkeetna
    Ranger-Einweisungen für den Mount McKinley, 6194 m

    Das Wetter wird besser. Das ist die Zeit, um Ausrüstung und Verpflegung zu testen und zu sortieren.  Eigentlich sind die Zelte für 2 Personen gedacht. Um Gewicht zu sparen, werden wir zu Dritt darin schlafen. Wir müssen mit insgesamt 20 Tagen am Berg rechnen.
    Im Talkeetna-Rangerbüro informiert uns ein Ranger über Verhaltensweisen am Mount McKinley. Hier ein markantes Beispiel: Bei Erreichung des Gipfels nicht hinsetzen. Der Berg gehört zu den kältesten unseres Planeten mit wenig Sauerstoff. Die Gefahr des Einschlafens mit Todesfolge ist groß. 

    Vorbereitungen für die Besteigung des Mount McKinley, 6194 m
    Vorbereitungen für die Besteigung des Mount McKinley, 6194 m
    Vorbereitungen für die Besteigung des Mount McKinley, 6194 m
    Mit einer Transportmaschine fliegen wir in die Alaska-Berge

    Endlich ist es soweit. Es kann losgehen. Allen fällt ein Stein vom Herzen, haben wir doch schon fast mit dem Abbruch der Tour gerechnet. Schnell ist alles verstaut in der kleinen Maschine.

    Gleich nach dem Start liegen die alpinen Alaskaberge unter uns.

    Alaskaberge mit dem Mount McKinley, 6194 m

    Dann wird es spannend. Die Maschine biegt in ein Seitental ab, landet bogenförmig und steht dann gleich wieder zum Start bereit. Für uns beginnt jetzt die Besteigung des Mount McKinley.

    Der Lande- und Startbereich unseres kleinen Flugzeugs
    So wird Baumaterial aus festem Schnee gesägt


    Zunächst wird, um uns vor Wind und Kälte zu schützen, das Lager eingerichtet. Mit einer Säge werden Schneeblöcke ausgeschnitten und zu Schneemauern aufgeschichtet. Nach getaner Arbeit gibt es die erste Stärkung mit Suppe und Tee.

    Camps entstehen als Schutz vor Kälte und Wind

    Der Aufstieg zum Mount McKinley, 6194 m beginnt. Nachdem wir unsere Rucksäcke und Schliitten mit dem notwendigen Gepäck  beladen haben, geht es auf festem Schnee immer weiter nach oben. Schon bald machen sich das schwere Gepäck und die dünne Luft bemerkbar. Ich habe über 40 kg zu schleppen. So geht es bis am frühen Abend, bis das nächste Camp erreicht ist.

    Die Luft wird dünner und dünner – das Gepäck wird immer schwerer und schwerer
    Ruhepause vor der nächsten Anstrengung

    Wieder steigen wir ab ins Basecamp des Mount McKinley, 6194 m , um auszuruhen und Kraft für den nächsten Tag zu sammeln, denn dann wollen wir das nächste HöhenLager einrichten.

    So wurden die verschiedenen Camps gebaut
    Heißer Tee – köstlich

    Ohne langen Aufenthalt wird mit Hilfe der Säge wieder eine Schneeburg gebaut und unser Gepäck darin verstaut. Danach geht es wieder hinunter ins Basecamp.

    Der Abstieg ins Basecamp ist notwendig, damit der Körper genug Zeit hat sich langsam, je höher man kommt, auf die immer  geringere Sauerstoffzufuhr einzustellen. Wird das nicht beachtet, kann die Höhenkrankheit die Folge sein.

    Lagerroutinen, um warm zu bleiben

    Ein langer Tag liegt hinter uns. Der Wetterbericht hat Orkanböen mit starken Schneeverwehungen am Mount McKinley vorhergesagt. Eilig bauen wir das HöhenLager auf und schützen es mit den Schneemauern. Die Temperatur soll unter Minus 30 Grad fallen. Das „Abendmal“ schaffen wir gerade noch.

    Kälte, Wind – alles muß trotzdem unter Kontrolle bleiben

    Dann geht es los. Die ersten Windstöße und Schneetreiben machen das Aufstellen der Zelte fast unmöglich. In der Nacht wird es immer schlimmer. Dauernd müssen wir raus, um das Zelt vom Schnee zu befreien.

    Schneesturm, stundenlang
    … so sieht Kälte aus …
    Schwerlast-Transporte in dünner Luft
    Das Ziel in Sichtweite, aber der Weg zum Gipfel ist noch lang

    Nach der eiskalten Nacht am Mount McKinley , 6194 m haben wir uns entschlossen, weiter oben am Berg den Proviant im Schnee zu vergraben, um uns durch Bewegung warm zu halten.

    HöhenCamp

    Das Wetter hat sich beruhigt. Wir packen alles zusammen und steigen hinauf zum Medical Camp (Medizinlager). Die eigene Ausrüstung und ein Anteil Proviant wiegen bei mir 43 Kg. Der Schlitten versucht laufend, mich das Schneefeld hinunter zu ziehen.

    Camp
    Vor dem Aufstieg zum Medical-Camp
    Aufstieg mit schwerer Last
    Der kleine Kerl, steif gefroren …

    Der kleine Kerl (Vogel) ist steif gefroren im Schnee stecken geblieben. In unseren Hosentaschen ist er wieder aufgetaut.

    Früh am nächsten Tag verlassen wir unser Camp und steigen wieder auf zum oberen Lager.. Dort angekommen, wird erst einmal sauber gemacht.
    Hart im Nehmen bin ich bereit, unsere Fäkalien zu entsorgen – fest und sicher verpackt verbinde ich das mit einer Schlittenfahrt.

    … voll klimatisiert mit bester Aussicht …
    Entsorgungs-Schlittenfahrt

    Empfangen werden wir am Medical Camp von einem Plumpsklo. Das muss hier oben reichen. Hier schlagen wir das vierte Lager auf.

    Gesundheits-Test im MedicalCamp

    Das MedicalCamp ist ständig von Medizinern besetzt. Wir werden untersucht, ob unsere Körper sich ausreichend an die Höhe angepasst haben. Hier werden Verletzte oder von der Höhenkrankheit betroffene Bergsteiger versorgt. 
    Zwei Bergsteiger aus unserer Gruppe erwischt es. Unser Bergführer entscheidet, dass sie nicht weiter mit uns aufsteigen können.

    Aufstieg zum Mount McKinley, 6194 m
    Schritt für Schritt – höher und höher

    Der Aufstieg zum Gipfel steht heute an: Das Wetter ist schön und soll es auch in den nächsten Tagen bleiben. Wir starten vom Medical Camp. Die Route führt auf dem linken Shnee-und Eisfeld hinauf über den Grat der riesigen Felsmauer. Das kann nur mit Steigeisen klappen.

    Mein Kletter-Partner hinter mir bekommt nach dem halben Aufstieg Probleme. Ich nehme zusätzlich seinen Rucksack und trage ab jetzt 2 Rucksäcke. Es geht ihm dann schon wieder besser.
    Wir schlagen oben auf dem Grat noch einmal unsere Zelte auf und genießen den traumhaften Sonnenuntergang auf den Mount Hunter und das Medical Camp.

    alaska-51

    Morgen stehen wir hoffentlich auf dem Mount McKinley, 6194 m

    Wir sind unterwegs zum Gipfel. Noch ist das Wetter schön, der noch weit entfernte Gipfel aber versteckt sich hinter Wolken. Die Mannschaft teilt sich nach bereits langem stapfen im Schnee.
    Wir, die erste Seilschaft stecken zur Orientierung in Abständen Holzstöcke mit Fähnchen in den Schnee, der aufkommende Nebel ist eine Warnung. 

    Auf dem Weg zum Gipfel

    Ich erinnere mich an die Warnung des Rangers in Talkeetna sich nicht hinzusetzen mit der großen Gefahr einzuschlafen. Wir halten uns daran, obwohl wir alle es sehr gern machen würden.

    Auf dem Gipfel des Mount McKinley, 6194 m

    Wie lange habe ich davon geträumt, auf dem Mount McKinley (Denali), 6194 m zu stehen. Leider nimmt der Nebel uns alle erhofften Aussichten. Nicht zu ändern, schade.

    Auf dem Gipfel des Mount McKinley, 6194 m

    Der Abstieg: Lange können wir es hier oben nicht aushalten. Es ist eiskalt und der Wind tut noch einiges dazu.
    Ich gehe vor und halte mich an die im Schnee gesteckten Sticks. Dann taucht die zweite Seilschaft aus dem Nebel auf. Sie haben es leider nicht geschaft. Einer von Ihnen wird von uns gestützt. Ich trage seinen Rucksack. Hoffentlich hat er nicht die befürchtete Höhenkrankheit.

    Letzte Sonnenstrahlen am Berg

    Spät am Abend erreichen wir den Felsgrat über dem Medical Camp. Mit dem Farbenrausch des Sonnenuntergangs genießen wir das  Gefühl, tatsächlich auf dem Gipfel des Mount McKinley in 6194 m Höhe gestanden zu haben.

    Abensdtimmung beim Abstieg

    Wir schauen hinunter zum Medical Camp, von dem wir morgen zurück zum Base Camp starten.

    Zurück im Base Camp:  
    17 anstrengende Tage voller Erlebnisse und Selbstüberwindungen sind hinter uns.
    17 Tage, die ich nie vergessen werde.
    Der Pilot schenkt uns noch einen fantastischen Rundflug über die Alaska Range.

     

    Der Abschluss-Rundflug am Mount McKinley, 6194 m steht an …
    Rundflug am Mount McKinley, 6194 m
    Abschied vom Mount McKinley, 6194 m

    Am 23. Mai 1990 stand ich gegen 19:30 Uhr in Alaska auf dem Gipfel des Mount McKinley (Denali) in 6194 m Höhe – aber kaum Sicht, es war leider nebelig … Good bye Mount McKinley.

    Selbst wenn man vorher überzeugt ist, perfekt auf die Besteigung dieser hohen Gipfel vorbereitet zu sein, zeigen diese Berichte die vielen Überraschungen der Natur und Unwägbarkeiten, die bei derartigen Spitzenleistungen als Bergsteiger zu bewältigen sind.

    Nach vielen weiteren interessanten Reisen ist Günther Koch in den letzten Jahren hauptsächlich beeindruckend in der Naturfotografie im Harz tätig geblieben.

    Wenn man Günther Koch auf einzelne Erinnerungen anspricht, dann kommen noch ganz andere Details „ans Tageslicht“ – weit mehr, als über die hier berichtet werden konnte.

    Beste Grüße

    Wolfgang Gärtner
    email: gaertner@interform.de

    Bilder – sofern nicht anders bezeichnet – von Günther Koch

    Soweit die Bildberichte über hohe Berge, die Günther Koch bestiegen hat. Vielen Dank für das Interesse.

    Bisher sind erschienen auf www.lerbach.de:
    Bergsteigen im Harz und an der Zugspitze
    Bergsteigen in Bolivien
    Bergsteigen im Berner Oberland
    Bergsteigen im Kleinwalsertal
    Bergsteigen in den Walliser Alpen

  • Fotogalerie/12.24 -Bergsteigen in den Walliser Alpen

    Der Schweizer Kanton Wallis gilt ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als die Wiege des professionellen Alpinismus.

    Die Bergwelt im Wallis westlich von Zermatt (c) swisstopo

    Von den 82 Viertausender-Gipfeln der Alpen umgeben 33 Zermatt im Kanton Wallis. Das Mattertal weist damit die höchste Konzentration von Viertausendern in den Alpen auf.

    Hier der 5. Bericht (von 6) von Günther Koch:
    Bergsteigen in den Walliser Alpen

    Im Juli 1987 sind wir vom Kleinwalsertal kommend mit unserem österreichischen Bergführer Georg in Zermatt in den Walliser Alpen angekommen.

    Im Zermatter Bergführerbüro zerplatzt aber unser Matterhorn-Traum wegen schlechter Bedingungen am Berg. Zuviel Schnee, Steinschlag und Lawinengefahr. Die Zermatter Bergführer raten uns dringend ab vom Matterhorn.

    Als Alternative wird uns das Zinalrothorn, 4221 m empfohlen.

    Zinalrothorn, 4221 m

    Das Zinalrothorn gilt als schönster Kletter-Viertausender in den Walliser Alpen, nahe Zermatt. Für den Bergsteiger ein luftiger Felsentanz über dem Zmuttertal. Mit respektvoller Freude betrachte ich das Natur-Schauspiel – was mir hier an diesem Abend geboten wird – mit dem Gedanken: Morgen wollen wir dort hinauf. 

    Der Aufstieg Richtung Zinalrothorn beginnt hinter dem Bahnhof von Zermatt. Von dort führt ein steiler Weg zur Rothornhütte auf 3198 m Höhe. Das ist in 4-5 Stunden mit ca. 1200 Höhenmeter zu ersteigen.

    Aufstieg von Zermatt zur Rothornhütte (c) Zermatt Tourismus, Fabienne Fux-Schaller

    Die Rothornhütte der Sektion Oberaargau des Schweizer Alpen-Clubs befindet sich auf einer Höhe von 3.198 Metern. Damit thront das 1949 erbaute Steinhaus hoch über dem Ort Zermatt.

    Anstieg zur Rothornhütte (c) Zermatt Tourismus, Fabienne Fux-Schaller

    Über der Hütte lockt das Zinalrothorn (4221 Meter) Bergsteiger an. Mit dem Obergabelhorn ist zudem noch ein weiterer Viertausender ganz in der Nähe.
    Ein tolles Panorama genießt man bereits von der Rothornhütte selbst. Von dort hat man auch das Monte-Rosa-Massiv und das Matterhorn im Blick. 

    Alte Rothornhütte (c) Wikipedia
    Kurz vor der Rothornhütte

    Nach einer Nacht in der Rothornhütte besteigen wir zum Einlaufen das Wellhorn. Das Wellhorn ist ein eher leicht zu erklimmender 3000-er und liegt gegenüber dem Zinalrothorn.
    Joachim verletzt sich leider und kann nur noch mit Schmerzen klettern und laufen.  

    Am nächsten Morgen: Bergführer Georg und ich starten. Joachim muss wegen seiner Verletzung am Wellhorn,in der Rothornhütte bleiben.
    Azurblauer Himmel, strahlende Sonne und ein Klettern, wie man es sich schöner nicht wünschen kann, erwarten uns.

    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Aufstieg zum Zinalrothorn, 4221 m
    Auf dem Zinalrothorn, 4223 m

    Deswegen gehe ich in die Berge.

    Das nächste Ziel ist der Dent Blanche, 4357 m.

    Matterhorn, 4478 m (links), nördlich der Dent Blanche, 4357 m (c) Wikipedia

    Von Zermatt bis zum Dent Blanche ist es unter der Nordwand des Matterhorns hindurch ein schweißtreibender Anmarsch.

    Matterhorn-Nordseite

    Der Dent Blanche, 4357 m wird als Viertausender für Bergsteiger mit anspruchsvoller alpiner Hochtouren-Erfahrung beschrieben.

    Dent Blanche, gegenüber, also nördlich vom Matterhorn
    Bergsteigen im Nebel mit Kompass und Karte

    Am Fuß des Dent Blanche angekommen, finden wir nach langem Suchen im dichten Nebel mit Kompass und Karte endlich die Dent Blanche Hütte.

    Dent-Blanche-Hütte SCA auf 3507 m Höhe, 2003 (c) Bruno Hasler

    Die im Sommer bewartete Hütte liegt auf einer Höhe von 3507 m ü. M. auf dem Gebiet der Gemeinde Evolène und ist Ausgangspunkt zur Besteigung der Dent Blanche. Die Dent-Blanche-Hütte wurde 1931 … errichtet und 1951 vergrössert. (c) Wikipedia

    Aufstieg am nächsten Morgen, keine guten Aussichten, der Fels ist von einer dünnen Eisschicht überzogen. Steigeisen sind dringend erforderlich. Nach einigem Zögern gehen wir los.

    Vereister Fels am Dent Blanche

    Auf halber Höhe verlassen wir den stark vereisten Grat und queren in die Wand, wo wir ein paar Haken entdeckt haben. Endlich können wir uns einigermaßen sichern.

    Schwierige Kletterei
    Kletterei mit höchster Konzentration
    Kletterei mit höchster Konzentration
    Kletterei mit höchster Konzentration
    Anstieg geschafft zum Dent Blanche, 4357 m

    Oben! Teilweise im vereisten 4. Schwierigkeits Grad. Meine schwerste und gefährlichste Kletterei dieser Tour. Ich atme tief durch und bin glücklich.

    Auf dem Gipfel vom Dent Blanche, 4357 m

    Noch hat der Tag kein Ende. Nach dem Abstieg vom Gipfel folgt der lange Marsch zurück nach Zermatt.

    Der lange Rückweg ins Tal wird bei guter Sicht begleitet von ständig wechselnden grandiosen Rundum-Ausblicken bis hin zum Tete Blanche im Westen, dem Matterhorn und Monte Rosa mit der Dufourspitze mit 4634 m Höhe im Süden, zum Gornergrat im Osten oder zum Dent Blanche und Zinalrothorm im Norden.

    Die Rückehr ins Tal wird erreicht über die bewohnten Weiler Zmutt, 1936 m und Furi, 1867 m bis hinunter nach Zermatt auf 1608 m ü.M..

    Beste Grüße

    Wolfgang Gärtner
    email: gaertner@interform.de

    Bilder – sofern nicht anders bezeichnet – von Günther Koch

    Weitere Bildberichte über hohe Berge, die Günther Koch bestiegen hat, folgen in Kürze.

    Bisher sind erschienen auf www.lerbach.de:
    Bergsteigen im Harz und an der Zugspitze
    Bergsteigen in Bolivien
    Bergsteigen im Berner Oberland
    Bergsteigen im Kleinwalsertal